Erkenntnisse
eines Tankwarts


von Alexandre Labruffe - Uraufführung

Eine Koproduktion von jottwede mit studiobühneköln und Brotfabrik Bühne Bonn

Eine Tankstelle am Rande der Großstadt: Ein Tankwart schiebt endlose Tag- und Nachtschichten. Aus seiner gläsernen Verkaufskapsel beobachtet er, umgeben von Dieselgeruch und Neonlicht, wie das Leben an ihm vorbeirauscht. Um die Zeit totzuschlagen, guckt er Horrorfilme, spielt mit seinem Kumpel, einem ehemaligen Tennisprofi, Dame und philosophiert über seine Rolle als Dealer für eine Welt, die an seinen Tanksäulen hängt wie an einer Nadel. Durchbrochen wird seine Routine nur von Kontrollpatrouillen seines ewig schlecht gelaunten Chefs und durch das Auftauchen seiner heimlichen Flamme. Als sich die Benzintanks wegen eines Streiks leeren, verschwimmt nicht nur für den Tankwart die Grenze zwischen B-Movie und Realität …

Erkenntnisse eines Tankwarts ist ein poetisch-apokalyptisches Journal über die Arbeitswelt im (post-)modernen Industriezeitalter und die Einsamkeit im ewigen Transit. Labruffes Erzählung macht die Tankstelle zum Schauplatz popkultureller Auseinandersetzung mit all den Verheißungen, die für uns bis heute untrennbar mit dem Konzept unablässiger Mobilität im „Individualverkehr“ verbunden sind. In „Erkenntnisse eines Tankwarts“ fungiert die Tankstelle mal als toter Briefkasten für Geheimbotschaften, mal als Ort zarter Liebesbande oder Schauplatz einer Vernissage – und schließlich als Arena, in der es zum finalen Verteilungskampf um die letzten Tropfen Benzin kommt. Bei allem nostalgischen Charme wirft der Text auch unbequeme Fragen nach den Beharrungskräften moderner Gesellschaften auf, die sich an nicht enden wollendes Wachstum gewöhnt haben.

Premiere: Do. 8. Oktober 2026 bei Reifen Kluth, Neusser Landstraße 131, Köln Worringen

Karten hier:

studiobuehnekoeln.de/erkenntnisse-eines-tankwarts/

Aktuelle Vorstellungstermine unter GASTSPIELE.

Mitwirkende

  • Nico Link

    SCHAUSPIEL

  • Henning Nierstenhöfer

    MUSIKALISCHE LEITUNG

  • Franz Leander Klee

    MUSIK & SCHAUSPIEL

  • Jan Stephan Schmieding

    REGIE

  • Anne Brüssel

    BÜHNE & KOSTÜME

  • Julia Honer

    PRODUKTIONSLEITUNG

Gefördert von:

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, Kulturamt der Stadt Köln